Pitztrail Trailrunning Camp 2015 – Pitztal Tirol

taschachhaus

Am 20. August war es endlich soweit. Ab zur Vorbesprechung und zum Kennenlernen ins Hotel vier Jahreszeiten in Mandarfen im wunderschönen Pitztal. Da saß ich nun, mit drei weiteren Teilnehmern, unserem Coach Thomas Bosnjak und wir unterhielten uns über unsere sportliche Ambitionen und was wir vom Trailrunning im Pitztal erwarteten. Schon in der Vorbesprechung hatte ich, angesichts unseres Plans für die nächsten drei Tage, meinen Respekt vor den Strecken bekundet und klargestellt, dass ich eine ordentliche Portion Schiss vor dem kommenden Tag hatte. In diesem Jahr war meine längste Strecke bisher ein Halbmarathon, der kaum Höhenunterschiede hatte – von den Autobahnbrücken einmal abgesehen.

Tag 1 Pitztrail Camp – Auf die Plätze …

tiefental alm

Meine Bedenken sollten sich bald bestätigen. Wir starteten also am kommenden Morgen um 9 Uhr in Mandarfen am Hotel vier Jahreszeiten, um die ersten 12 Kilometer an der Pitze entlang bis nach St. Leonhard zu laufen. Eine tolle Strecke, aber ab da wurde mir sehr schnell klar, dass mein Fitnessgrad in Relation zu meinen Mitstreitern nur mäßig war. Trotz meiner zwei anspruchsvollen 10 km Laufwettbewerbe im Juli, mit denen ich für mein Niveau sehr zufrieden war, lief ich auf diesen 12 km nach St. Leonhard in der Gruppe mal eben zufällig meine Bestzeiten über 5 und 10 km. Unser erfahrener Trailrunning Coach Thomas B’jak Bosnjak hatte aber zum Glück einen Blick für mein Leid und verordnete mir kurzerhand einen Zwischenstop auf der Tiefentalalm, während meine Kollegen einen Ausflug aufs Kreuzjoch machten. Angesichts des Fotos, das man hier sehen kann, nicht die schlechteste Variante. Schließlich war ich bis hierher schon 1:53 h:m und 16 km unterwegs, was für meine Verhältnisse ganz anständig war. Hier wartete ich dann bei einem Süppchen und einem Getränk auf meine Gruppe und konnte auf der Speisekarte noch etwas fürs Leben lernen.

schoenheit
geduld
wasserfall

Der Abstieg eine Stunde später mit den anderen war dann auch wieder machbar und ich kam ziemlich erschöpft in meiner Unterkunft an. Manchmal glaube ich, hat mich die Natur mit ihrer Schönheit an diesem Tag bewusst abgelenkt, um mir Schlimmeres zu ersparen. Und Geduld werde ich die nächste Zeit ebenfalls benötigen, um meine Ambitionen beim Lauftraining nicht zu stark übertreiben. Nicht permanent Teil der Gruppe zu sein, hat mich schon mächtig angestachelt.

Thomas Bosnjaks 50 Shades of Pain

Am Nachmittag trafen wir uns dann wieder in Mandarfen, wo Thomas uns mit seinen Dehn- und Kräftigungsübungen beglückte. Meines Erachtens waren die Übungen, die wir auch an jedem anderen Tag machten, das Geheimrezept, um nicht am nächsten Morgen wie ein Neandertaler das Bett verlassen zu müssen und wieder aufrecht gehen zu können.

Tag 2 Pitztrail Camp – Mach mal langsam

rifflsee panorama

Am zweiten Tag begann unsere Route wieder in Mandarfen, aber auch hier hatte Thomas ein gutes Auge bewiesen und mich vorsichtshalber mit der Rifflseebahn nach oben geschickt. Während die anderen die ersten 500 Höhenmeter bewältigten, hatte ich Zeit für mich, ein Foto von der Landschaft zu schießen, die hier bei bestem Wetter auf uns wartete. Der Trail war wunderschön und verlangte viel technisches Geschick. In einem für mich machbaren Tempo liefen wir den Fuldaer Höhenweg bis zum Taschachhaus, wo wir nach 2:18 h:m und ca. 11 km dann eine Erfrischung zu uns nahmen. Hier hatten wir einen sensationellen Blick auf die Gletscherzunge des Taschachgletschers wie man bereits im Titelbild sehen kann. Unbeschreiblich …

taschachhaus

Der Abstieg über die Gletschermoräne war dann sozusagen mein persönliches Waterloo. Das permanente Bergablaufen und die bereits gelaufene Zeit in den Beinen machten mich zur Schnecke unserer Gruppe, die immer wieder ohne zu murren auf mich wartete. Nach insgesamt 3:35 h:m und 21 km kamen wir dann in Mandarfen an, wo wir erneut B’jaks 50 Shades of Pain absolvierten, denn wir wollten ja auch am nächsten Tag wieder aufrecht gehen können.

Tag 3 Pitztrail Camp – Abschlusstrail in Mandarfen

Am dritten Tag trafen wir uns morgens um 7 Uhr zum Early Morning Trail. Es ging 50 Minuten über die wunderschönen Wiesen und Weiden rund um Mandarfen. Um diese Uhrzeit ist die Welt hier noch mehr als in Ordnung. Die malerischen Szenen entlang des Trails waren der perfekte Start in den Tag und für mich der perfekte Abschluss des Trailcamps. Meine Mitstreiter befragten mich, ob ich denn wegen meiner, naja nennen wir es Umstände, überhaupt Spaß gehabt hätte. Die Frage kann ich selbst jetzt, mit dem gewissen zeitlichen Abstand, nur wieder gleich beantworten:”JA, JA, JA und nochmals JA!” Vielleicht hat mein Körper am dritten Tag etwas anderes gesagt, aber mein Kopf wollte und will es wieder tun und er will mehr davon, auch nach Thomas letzten 50 Shades of Pain an diesem dritten Tag:-)

Was ich im Pitztal gelernt habe

adventure trails

Das Pitztal ist wunderschön und selbst im Vergleich zu meinem eher ruhigen Wohnort unglaublich ruhig. Die Ruhe wird nur von einigen Sturzbächen der näheren Umgebung und durch ihr meditatives Rauschen unterbrochen. Wer Trails laufen möchte, ist hier goldrichtig aufgehoben, denn sowohl landschaftlich als auch vom Schwierigkeitsgrad, ist für jeden etwas dabei (Pitztal Trails in der Übersicht).

Für das Trailrunning Camp benötigt man eine solide Grundfitness. Dazu gehören lange Läufe im Gelände, um die langen Distanzen verdauen zu können, aber ebenso Kraft für die Anstiege. Läuft man in alpinem Terrain, kommen verstärkt Technik und Koordination hinzu. Fürs Gelände ist eine gute Grundlagenausdauer schließlich elementar, denn wenn man auf halber Strecke die Füße im Geröll nicht mehr heben kann, wird es schnell gefährlich. Trailläufer wird man nicht mal schnell nebenbei, dazu gehört die bereits erwähnte Portion Geduld und Zeit und viel Training.

Auch über das Material und die Grundausstattung konnte ich etwas mitnehmen. Der Trailrucksack ist sehr viel mehr als nur ein Läuferaccessoir. Er kann richtig bestückt Leben retten, wenn es mal richtig schlecht laufen sollte.

Vielen Dank!

Ich möchte es auf keinen Fall versäumen mich bei folgenden Personen und Einrichtungen zu bedanken:

  • Zu allererst bei Thomas B’jak Bosnjak unserem Coach und Österreichs erfolgreichstem Trailrunner, dem ein Link auf B’jaks Trailshop sicherlich lieber ist, als auf sein Facebook Profil.
  • Danke, der immer gutgelaunten Erika Kirschner und ihrem Hotel Apart Garni Romantika, wo ich fünf Tage lang eine ebenso gute Unterkunft wie Frühstück hatte.
  • Und nicht zuletzt ein Danke dem Tourismusverband Pitztal, der durch die tolle Organisation des Pitztrail Camps erst alles ermöglicht hat.
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